Glamrock

Vor ein paar Wochen habe ich euch das Prunkvoll-Kleid gezeigt, das während meiner Ausbildungszeit entstanden ist. Heute zeige ich euch ein weiteres Outfit aus dieser Zeit. Diesmal etwas anders. Gegensätzlich.

 

Rockig.

Frech.

Rebellisch.

Schwarz.

Glamour.

 

„Glam Rock“ - so hieß das Thema der Kollektion. 

Es sollte schwarz sein. 

Rockig im Kontrast zu Glamour und Glitzer. 

Nieten kombiniert zu Pailletten. 

 

So habe ich einen Minirock, robust aus schwarzem Denim entworfen. Mit Details wie Löcher und Fransen, die etwas Rebellisches haben. 

Willkürlich mit der Schere drauf los schneiden, dann mit einem roten Akzent und Spitze hinterlegen. Versteckte Statements, die ausdrücken: 

 

Mit dem Strom zu schwimmen ist langweilig.

 

Zum ausgefransten Rock wird ein eher klassisch geschnittenes Top kombiniert. Hier kommen die Pailletten zum Einsatz. 

Glitzern und funkeln sie, sind doch eher in der Abend- oder Partygarderobe zu finden, werden sie hier mit robustem Jeans zusammen getragen. Ein starker Kontrast, der das rockige sanfter wirken lässt und das edle frecher.

 

Die kurze Lederjacke rundet das Outfit ab. 

Aus schwarzem Leder und edlem Satin als Innenfutter. Nach außen stark und innen doch mit sanftem Kern. So wie jeder von uns irgendwo eine verletzliche Seele hat.

Auffällige Metallreißverschlüsse unterstreichen diese Stärke. 

Die mit Nieten besetzte Schulterpartien lassen an die Achtziger erinnern. 

Wenn ich so diese Bilder betrachte, frage ich mich, warum ich eigentlich schon so lange nicht mehr mit "schwierigen" Stoffen genäht habe wie zum Beispiel Leder. Oder auch Webware. 

Leder... ich wollte UNBEDINGT eine Lederjacke haben! ...*keine Ahnung, wie ich auf diese absurde Idee kommen konnte. Noch dazu mit Paspeltaschen, in denen ein Reißverschluss verarbeitet ist!

 

Es hat mich viele Nerven gekostet, denn Leder verzeiht nichts! Da geht es nicht, mal eben auftrennen und die Naht neu nähen. Jeder Nadelstich ist ein Loch auf Ewigkeit.

Ganz behutsam und Stich für Stich hat es dann aber schließlich doch geklappt. Und ich war sehr stolz am Ende auf mein Werk. Auch wenn es viel Zeit und Mühe gekostet hat, lohnt es sich doch. 

 

Da bekomme ich richtig Lust, mich herausfordern zu lassen, etwas sehr aufwendiges zu nähen. Etwas besonderes. Etwas, in dem viel Zeit und viel Leidenschaft steckt. Liebe zum Detail.

 

Was war euer letztes Werk, das euch so richtig herausgefordert hat?

Verlinkt zu RUMS.


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